Was ist Gewaltfreie Kommunikation?

Kommunikations-Modell & innere Haltung

Was ist Gewaltfreie Kommunikation`?

Die Gewaltfreie Kommunikation zeigt Wege auf, die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen und dabei die Anliegen des Gegenübers zu berücksichtigen. Der Ansatz basiert auf Erkenntnissen des amerikanischen Psychologen Marshall Rosenberg.

Der Begriff „gewaltfreie Kommunikation“ (GFK) beschreibt nur unzureichend das, was hinter ihm steckt. Marshall Rosenberg hat erkannt, dass unsere Gefühle sei es zum Beispiel Ärger oder Freude oder Angst grundsätzlich Indikatoren dafür sind, dass unsere Bedürfnisse erfüllt oder unerfüllt sind. In vielen Situationen sind wir allerdings nicht in der Lage, diesen Zusammenhang unserer Gefühle und der dahinter stehenden Bedürfnisse zu erkennen. Wir haben es verlernt, uns mit unseren Bedürfnissen zu verbinden.

 

Häufig sind wir ebenso wenig in der Lage, diesen Zusammenhang bei unserem Gegenüber zu erkennen. Im Gegenteil: Wir fühlen uns dafür verantwortlich, wie sich das Gegenüber fühlt. Und umgekehrt: Wir schieben dem Anderen die Schuld zu, wenn es uns nicht gut geht.

Die Gewaltfreie Kommunikation hilft dabei, sich mit den eigenen Bedürfnissen „wieder“ in Verbindung zu bringen, um dann selbstverantwortlich für sich selbst zu sorgen. Und es hilft auf der anderen Seite, diesen Zusammenhang beim Gegenüber einzuschätzen und uns auf diese Weise mit dem Anderen empathisch in Verbindung zu bringen.

Im Idealfall ermöglicht also die GFK eine kooperative, aufrichtige und effiziente Verständigung. Das Potential reicht dabei von der Erleichterung alltäglicher Kommunikationsabläufe über Konfliktlösungen bis hin zu persönlichem Wachstum.

Wer war Marshall B. Rosenberg?

Marshall B. Rosenberg war ein amerikanischer Psychologe, der als Schüler von Carl Rogers den Ansatz der Gewaltfreien Kommunikation entwickelt hat. Am 26.April1986 lehre Rosenberg erstmalig außerhalb der Vereinigten Staaten in München. In der folgenden Zeit lebte er zeitweise in der Schweiz, von wo er den Ansatz weltweit verbreitete. Mehr zu Rosenberg lesen …

Auf welchem Fundament basiert der Ansatz?

Inspiriert von seinem Professor Carl Rogers, lassen sich viele der Prinzipien der Gewaltfreien Kommunikation bereits in der klientenzentrierte Gesprächstherapie finden. Auch Abraham Maslows sowie Manfred Max-Neefs Theorien der Bedürfnisse waren prägend für den Ansatz.

 

Wie kann ich Gewaltfreie Kommunikation lernen?

Mittlerweile gibt es weltweit zahlreiche Trainerinnen und Trainer für Gewaltfreie Kommunikation. Durch Rosenbergs frühes Wirken im deutschsprachigen Raum finden sich in praktisch allen größeren Städten Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten. Bewährt hat sich neben der Lektüre des Buches von Rosenberg vor allem der Besuch von Einführungsseminaren und regelmäßigen Übungs- oder Empathiegruppen. Wer die Haltung hinter dem Ansatz tiefer integrieren möchte findet mehrmodulige Ausbildungen – teilweise mit unterschiedlichen Schwerpunkten (Familie, Business,…).